Der Bibliothekslesesaal als Coworking Space avant la lettre

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Ein Podiumsgespräch zum kreativen Schreiben in Gemeinschaft

Moderation: Barbara Schneider-Kempf (Architektin und Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin)
Es diskutieren: Anke te Heesen (Professorin für Wissenschaftsgeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin)
Martina Löw (Professorin für Planungs- und Architektursoziologie an der Technischen Universität Berlin)
Judith Schalansky (Freie Schriftstellerin und Buchgestalterin)
Lea Schneider (Lyrikerin, Übersetzerin und Mitglied des Berliner Lyrikkollektivs G13)
Tobias Kremkau (Coworking Manager des St. Oberholz in Berlin und Mitgründer des Instituts für Neue Arbeit)
Stephan Porombka (Professor für Texttheorie und Textgestaltung an der Universität der Künste Berlin)
Die Kulturtechniken des Lesens und Schreibens sind im Zeitalter des Digitalen einem tief-greifenden Strukturwandel unterworfen, in dessen Gefolge tradierte Konzepte von Autor-schaft zu Gunsten webbasierter Kollaboration brüchig werden und sich neue Formen des Social Reading herausbilden. Zugleich und gerade in Berlin vervielfachen sich so genannte Coworking Spaces, die sowohl dem individuellen Arbeiten in Gemeinschaft Raum geben als auch einen Ort für die Anbahnung von Projektkooperationen schaffen.
Vor diesem Hintergrund und angeregt von Arlette Farges bekanntem Essay Der Geschmack des Archivs (zuerst Paris 1989) organisierte die Staatsbibliothek zu Berlin ein Podiumsge-spräch – mit dem Ziel, den spezifischen Bedingungen literarischen wie wissenschaftlichen Schreibens in Bibliotheken in Form eines gemeinsamen öffentlichen Nachdenkens nachzu-spüren. Dabei stand die Frage im Zentrum, ob Lesesäle als Coworking Spaces avant la lettre gelten können. Mit Blick auf die häufig mit kulturellen Bedeutungsgehalten aufgeladenen Lesesäle besonders exponierter Bibliotheken wurde zudem diskutiert, inwieweit diese zu jenen von Michel Foucault als Heterotopien bezeichneten inspirierenden Gegenräumen zu zählen sind, in denen lokalisierte Utopien – etwa das Indianerzelt spielender Kinder – physisch betretbar werden. Um dieses weite Themenfeld möglichst umfassend auszumessen, wurden u.a. architektursoziologische, texttheoretische und wissenschaftshistorische Zugänge mit den Praxisperspektiven von einzeln sowie im Kollektiv Schreibenden konfrontiert.

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